Kaiser Karl in Jennersdorf

 
1921 Kaiser Karl in Jennersdorf I.jpg
 
 

Am 5. April 1921 kam Kaiser/König Karl, nach seinem ersten gescheiterten Restaurationsversuch, zu Mittag in Jennersdorf an.

Er wurde von der hiesigen Bevölkerung, den Honoratioren der Stadt und den Schulkindern herzlich empfangen. Eine Zigeunerkapelle spielte auf und vom Gasthof Raffel wurde Szegedinergulasch angeliefert.

Jennersdorf, damals Gyanafalva, war der letzte ungarische Bahnhof vor der österreichischen Reichsgrenze. Karl musste auf die Durchreisegenehmigung warten. Inzwischen kam auch der Hofzug aus Wien, der in Fehring auf ihn wartete.

Um 16.10 Uhr reiste Karl aus Jennersdorf ab. In Fehring verabschiedeten sich seine ungarischen Begleiter und fuhren zurück. Zu diesen gehörte u. a. der LH des Komitats Vas Graf Sigraj, Der Bischof von Steinamanger Janos Mikes und sein Adjutant Graf Tamàs Erdödy.

Um 16.54 Uhr verließ der Zug Fehring in Richtung Schweizer Grenze.

 
1921 Kaiser Karl in Jennersdorf II.jpg
 

Jennersdorf feierte ein Doppeljubiläum

Am 4. September 2021 feierte man in Jennersdorf nicht nur "100 Jahre Burgenland", sondern auch "100 Jahre Kaiser Karl in Jennersdorf".

Es gab einen großen Umzug von der Kirchenstraße bis zum Bahnhof. Angeführt wurde dieser von der Militärmusik Burgenland. Mit dabei waren auch Abordnungen verschiedener Vereine und Gruppierungen, so z. B. das Infanterieregiment 76 aus dem Bezirk Neusiedl und die Kaiserhusaren aus Güssing. Der Festakt wurde vor dem Bahnhof im Beisein von zahlreicher Prominenz abgehalten. Bürgermeister Reinhard Deutsch, LH Hans Peter Doskozil, Diözesanbischof Ägidius Szifkovits, sowie ungarische Vertreter

gingen in ihren Ansprachen auf die beiden Jubiläen ein. Die Stadtkapelle spielte die Uraufführung des Marsches "Servus meine Heimat" von Kapellmeister Reinhold Buchas.

Höhepunkt war die Enthüllung eines Denkmals auf dem Bahnhofsvorplatz, das an den kaiserlichen Besuch vor 100 Jahren erinnert.